Mode, Trends & Accessoires

Locker oder elegant – und viel dazwischen

Gerade in eher konservativen Branchen ist in diesen Tagen so mancher relativ genervt von starren Dresscodes. Da soll man als einfacher Kundenberater bei hochsommerlichen Temperaturen immer im korrekt sitzenden Jackett mit dezenter gestreifter Krawatte vor sich hin schwitzen, während draußen die Massen in Shorts und T-Shirt vorbeiflanieren. Doch Professionalität ist Trumpf, und dazu gehört eben auch ein seriöses Aussehen.

Leider wird aber mancher dieser hoch seriösen Anzugträger in seiner Freizeit zum modischen Orang-Utan. Shorts? Können gar nicht bunt geblümt genug sein. Shirt? Ja, aber unbedingt ärmellos und mit einem witzigen Slogan versehen. Dazu Flip-Flops. Passt. Am Strand jedenfalls. Aber bitte nicht in der Stadt. Zwar muss man Kleidungsregeln heute nicht mehr ganz so genau nehmen, aber was zuviel ist, ist zu viel.

Deshalb aber auch in der Freizeit mit Anzug und Krawatte um die Häuser zu ziehen, ist für die meisten von uns dennoch keine Alternative. Muss es aber auch nicht. Denn zum Glück gibt es Zwischenstufen – von elegant bis lässig.

Wohlgemerkt, auch wenn Traditionalisten jetzt möglicherweise die Nase rümpfen: es spricht nichts gegen ein modisches T-Shirt. Jeans sind in der Zwischenzeit sowieso aus der Mode nicht mehr wegzudenken, und niemand muss sich für seine Turnschuhe oder Cargohosen schämen. Es gibt für jeden Kleidungsstil einen Platz, und sehr viel, was die Mode in den letzten Jahren ausspuckte, kann ausgesprochen gut aussehen. . Das Problem ist nur, dass bei unserer heutigen Freizeitgestaltung meist die Grenze verschwimmt, bei der wir uns in Schale werfen oder nicht. Zum Spazierengehen? Locker. Unterwegs im Restaurant etwas essen? Schon kniffliger. Und dann ist da am Weg gerade zufällig dieses nette Konzert, aber da ist man wieder nicht passend angezogen. Außerdem will man doch anschließend noch in die Disco. Ein unlösbares Dilemma. Noch schlimmer wird es etwa bei einer privaten Einladung, wenn man sich bezüglich des Dresscodes nicht ganz sicher ist.

Dabei muss man sich ja gar nicht festlegen. Wer – in einem Unternehmen ohne Anzugzwang – zur Arbeit geht, kann mit Jeans, einem weißen Hemd und einem dezenten grauen Sakko bereits extrem professionell und seriös wirken – auch ohne Krawatte. Nach Feierabend kommt nun ein unterschätztes Accessoire ins Spiel: ein bunt gemustertes Einstecktuch. Und prompt ist aus der Bürokluft ein Outfit geworden, mit dem Sie im Theater oder beim Nobelitaliener nicht auffallen. Nun schnell das Sakko leger über die Schulter gehängt und am Hemd einen Knopf mehr aufgemacht – locker genug für die Bar. Und abends beim Feiern? Darf das Hemd schon mal über der Hose hängen. Die Ärmel krempeln Sie auf. Das Jackett geben Sie doch sowieso an der Garderobe ab. Ein Outfit, vier völlig verschiedene Wirkungen.

Nun gut, wenn Sie natürlich hinterher noch zu einer Opernpremiere möchten, sollten Sie sich schon die Zeit nehmen, sich zu Hause umzuziehen. Aber seien wir doch mal ehrlich: bei den wirklich edlen Anlässen im Leben ist das Ritual des Auftakelns und In-Schale-Werfens doch das halbe Vergnügen.


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