Mode, Trends & Accessoires

Giorgio Armani Kollektion für Herbst/Winter 2011

Wenn in der Fashion-Szene von Giorgio Armani die Rede ist, so hat jeder sofort dieselbe Assoziation: Purismus und Monochromie. Das klingt nach einer Simplizität, die schnell langweilig werden könnte – jedoch ist dem nicht so. Im Gegenteil: Die Kollektionen des italienischen Designers, der von Kennern aufgrund seiner revolutionären und wegbereitenden modischen Grundhaltung oft im gleichen Atemzug mit Coco Chanel genannt wird, repräsentierten immer schon aufgrund der stets außergewöhnlichen Schnitte einen besonders edlen Stil und standen für extravagante Modernität.

Emporio Armani in Hong KongKaum zu glauben, dass der 1934 in Piacenza geborene Giorgio Armani zunächst Arzt werden wollte. Er begann tatsächlich auch ein Medizin-Studium, brach dies allerdings schon sehr bald wieder ab – seine wahre Leidenschaft war eben die Ästhetik, und künstlerische Leidenschaften brechen sich immer Bahn.

Schon zu diesem Zeitpunkt offenbarte sich die Prägung durch das Elternhaus: Zwar war Armani in nur bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, seine Eltern aber hatten ihrer geringen finanziellen Möglichkeiten ungeachtet schon immer ein Faible für Stil und Benehmen, edle Kleidung und andere schöne Dinge gehabt.

Eine gute Basis für den Besuch einer Mode-Akademie, so könnte man nun denken. Im Falle des Giorgio Armani weit gefehlt, denn der Designer ist ein Autodidakt. Seine ersten Schritte in die Modewelt machte er als Einkäufer und Schaufensterdekorateur in Mailand, doch dann winkte ihm seine erste Chance als Créateur von Mode.

Nino Cerruti engagierte ihn nämlich – und ließ ihn sechs Jahre lang Männermode entwerfen. In diesem Zeitraum entwickelte der junge Italiener seine ganz eigenen Vorstellungen davon, wie modische Männer gekleidet sein sollten. Seiner Meinung nach war die Befreiung der Herrenmode von der althergebrachten Steifheit längst überfällig – jedoch konnte er seine Vision von eleganter und gleichzeitig lässiger und somit wahrhaft männlicher Mode nicht gleich umsetzen.

Giorgio Armani Spring/Summer Collection 2011

Es bedurfte schon der Gründung seines eigenen Unternehmens „Giorgio Armani S.p.A.“, um „seine“ locker fallenden Anzüge entwerfen zu können. Anzüge, deren Jackett ohne die üblichen steifen Einlagen auskam und die eben deshalb nichts mehr gemein hatten mit den an eine Ritterrüstung erinnernden Zweiteiler der anderen Designer jener Zeit.

Also war die Herrenmode das modische Sprungbrett Armanis – und nachdem er den männlichen Fashion-Bereich nach seiner Fasson umgekrempelt hatte, dehnte er seinen Schaffensbereich weiter aus und machte seine ersten Schritte auf dem Kreativ-Parkett der Damenmode. Damit begann sein Erfolg erst richtig – und bis heute gilt der italienische Designer insbesondere bei den Frauen als der große Fashion-Held. Sie haben ihm viel zu verdanken – nämlich Kleidung für Frauen, die eine auf das Wesentliche konzentrierte Kleidung mögen. Kleidung, die zu 100 Prozent upper class ist und außerdem immer business-tauglich – Kleidung, welche sich simple und schlicht, aus fließenden Stoffen gearbeitet und in den so genannten Nicht-Farben zeigt. Giorgio Armanis Kreationen für die Frau von heute haben immer einen Hauch von Androgynität und unter streichen gerade so die Weiblichkeit der Trägerin.

Wenn der Meister des monochromen Purismus seine Frühjahr-/Sommerkreationen präsentiert, so dominieren stets helle gedeckte Töne wie Puder und Creme, Greige und Taupe, Camel und Grau den Laufsteg. Bei seiner Kollektion für die kommende Herbst-/Wintersaison indessen zeigt sich eindeutig: Black is back. Armani sieht schwarz für die anstehende kühle und kalte Jahreszeit – jedoch im positiven Sinne. Was uniform klingt, wirkte auf die Besucher seiner Mailänder Fashion-Show dennoch bestechend – durch ein raffiniertes Spiel mit Details und Materialien, sodass trotz Dauer-Schwarz keinerlei modische Tristesse empfunden werden kann.

Der Meister selbst nennt seine Symphonie aus nächtlichem Schwarz „The Spy“ und entspricht damit sowohl den Bedürfnissen seiner mehr sportlich orientierten Kundinnen als auch denen jener Frauen, die es lieber smart mögen. So paradierten die Models in Overalls und mit vielfältig variierten Blazern, Uniformjacken mit Samtpants oder Bleistiftröcken, aber auch in wadenlangen Mänteln mit ausladenden Kragen über den Laufsteg.

Bildquelle: Chater Armani auf Wikipedia.de

 

 


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